BONOBO'S Newsletter 41
Moin -
Es ist wieder Zeit. Der letzte Newsletter war vom 29. Oktober 2007.
!!! Hinweis: Das nächste Telekommunikations-Thekengespräch findet wie gewohnt am ersten Donnerstag im Monat, den 6. Dezember 2007, also an Nikolausi, im BONOBO'S, statt. !!!
BONOBO'S News:
Donnerstag, 1. November 2007, 49. TK-Thekengespräch
Gute Party. Liebe Gäste. Alles in Butter.
Mittwoch, 7. November 2007, SoFa goes Ammersee
Da waren doch wesentliche Teile der SoFa in München (Italien) unterwegs und konnten nicht umhin, dem Ammersee (immerhin ein büschen Wasser) einen Besuch abzustatten. Leckeres zig-Sterne-und-Kochmützen-Essen und beste Unterhaltung. Besten Dank an unseren ausländischen Freund aus dem Land der Fußkranken der Völkerwanderung!
AUS DEM LEBEN:
Lanu rockt ihre exitorientierten Unternehmensmeldungen immer noch unter: http://www.boocompany.com und http://lanu.blogger.de/. Jetzt hat sie auch noch einen Blogtausch vollführt. Das ist so wie Partnertausch, allerdings virtuell und ohne Reue. Und das ist auch gut so.
Die Tage des SoFa-eigenen BONOBO'S sind gezählt. Wer noch immer nicht da war, also 49 Thekengespräche mit mehr oder minder guter Ausrede verpasst hat, der möge sich zum letzten Thekengespräch im BONOBO'S am 6. Dezember 2007 auf den Weg machen. Oder uns bei den nächsten SoFa-Thekengesprächen, dann aber nicht mehr im BONOBO'S, besuchen.
Wir werden uns für dieses 50. Thekengespräch was einfallen lassen. Chauvinistische und bleischwere Zungen behaupten, wir würden Angelina Jolie die Lippen befeuchten und sie dann an die Fensterscheibe kleben. Das ist nicht wahr. Das haben wir bereits beim 23. Thekengespräch gemacht. Und das Zappeln der Botox-Puppe wollte dann doch keiner sehen. Plopp.
Wer glaubt, er bekäme alles umsonst, der hat sich auch geirrt. Einer der SoFa-Wahlsprüche lautet "Kein Geschäft um jeden Preis." Dabei bleibt's. Immerhin haben wir in den letzten fünf Jahren und den letzten 49 Thekengesprächen nicht ein einziges Mal die Preise erhöht. Wahrscheinlich werden wir es wie die großen Systemtechnikhersteller oder Carrier machen: AGB-Preise massiv erhöhen und dann Wahnsinns-Rabatte geben. Die Cola kostet dann nicht mehr 'nen Euro sondern 100,- Euro mit 99% Rabatt. Oder so.
Außer für Starberater (man erinnert sich, dass sind die mit der Kommunikations-und-Networking-Hasenpfote statt Fachwissen im Hirn). Die zahlen einen tausendprozentigen Aufschlag. Man hat es ja. Nötig. Ersatzweise Kohlen schippen im Keller.
Nach der letzten Starberater-Tirade wurden wir gefragt, ob das denn nicht Nestbeschmutzung sei, immerhin seien wir ja auch Berater. Eine der Tresenschlampen griff sich diesen Kritiker am Schlafittchen und begleitete ihn mit dem trockenen Spruch zum Kohlenkeller: "Wer mein Nest beschmutzt, ob für Geld oder nich, bestimme ich!" Und der unsensible Kritiker schippt jetzt, was das Zeug hält. Merket auf: Demokratie vor'm Tresen beinhaltet das Recht auch mal die große Klappe zu halten. Insbesondere, wenn man rein gar nix zu sagen hat.
Eine schlaue Frau hat uns mal erzählt, das es heutzutage weitaus mehr Mut erfordert, sich und seine Arbeit einfach gut zu finden, als sich immer etwas schlechter zu machen, als man ist. Das sich schlechter machen sei heutzutage opportun. Aber dämlich. Wir konnten ihr nur zustimmen. Sie ist jetzt Ehren-Aufseherin beim Kohlenschippen. Und wer meint, wir würden übertreiben und äußerst überheblich sein, sollte mal erleben, was wir - zusammen mit den Wolfgang Borcherts dieser Welt - da draußen vor der Tür erleben.
Und mal ganz ehrlich: Das muss wohl so sein.
In unserem Land ist immer noch die Bild-Zeitung die meistgelesene Zeitung.
Weil zwei alte Männer sich auf dem Männerklo die Insignien der männlichen Macht zur letztendlichen und vergleichenden Klärung nicht zeigen wollen, stehen wochen- und monatelang die Züge still.
In den Nachrichten werden hemmungslos Tote zur Steigerung der Einschaltquoten gezeigt. Geht es nach den subtilen Brot-und-Spiele-Bedürfnissen des gemeinen Volkes, werden wir wohl demnächst in den Nachrichten live bei Vergewaltigung und Mord dabei sein können. Wahrscheinlich wird das integrierte Berichterstattung genannt: Erst wird in den Nachrichten live die Vergewaltigung gezeigt, dann kommt das Opfer eine halbe Stunde später in die Talkshow und danach darf sie versuchen eine Million bei der Opfer-Lotterie zu gewinnen. Und auf dem anderen Kanal versucht man den Täter zu finden, der dann ebenfalls.... Wer meint, dass sei doch nicht real, möge diesen Newsletter auf Wiedervorlage in zehn Jahren legen.
In diesem, unserem..., Lande ist es üblich, das die Leute den Staat fragen, ob sie gegen ihn demonstrieren dürfen.
Wie peinlich ist das alles denn?
Am Behelfstresen in Süssau schauen wir dann neidisch auf die Enten, die hüftenschwingend und vergnüglich vor sich hinwatschelnd ein Bad in den Fluten der Ostsee nehmen. Ab und zu ein bißchen Gerangel um die recht farblosen aber doch eleganten Entendamen, doch im Kern eine funktionierende Gemeinschaft Gleichartiger.
Kommen wir vom Schnattern der Enten wieder zurück zu dem 50. Thekengespräch. Wer ein christliches Hosianna-Chorgesumme älterer Pädophile erwartet, wird enttäuscht werden. Wer erwartet, die Stimmung wird durch die Animation der Tresenschlampen erreicht, liegt falsch. Wir sind keine Haha-Robinson-Club-Hallo-ich-bin-die-Isabelle-Animateure sondern machen die Leute nur - graduell abgestuft - beschwipst bis besoffen. Dann bricht es aus ihnen heraus. Mehr oder minder kontrolliert. In der Fachsprache der Coaches: Stimmungs-Coaching durch intensive und intellektuelle Auseinandersetzung mit Gefühlsinkubatoren im gruppendynamischen Environment.
Um der - offensichtlich geneigten Leserschaft - die vielen Fragen der letzten Wochen zu beantworten: 42.
Für diejenigen, die mit dieser universellen Antwort peinlicherweise nichts anfangen können, sei hier eine kurze Liste angefügt:
Ja, das Thekengespräch wird weitergeführt. Nur nicht im BONOBO'S, sondern an wechselnden Lokationen.
Ja, der rumselige Newsletter zur Lobpreisung von Odin wird weitergeführt.
Ja, SoFa verlegt zum Jahreswechsel seinen Firmensitz (mal wieder) nach Berlin.
Ja, an den Heimatstandorten der besten Tresenschlampen der Welt ändert sich dadurch nix.
Ja, die alten Newsletter sind alle archiviert: http://www.sol-fact.com/cms/index.php?idcat=36
Ja, wir bleiben so, wie wir sind.
Ja, das kann gerne als Drohung verstanden werden.
Genug gesabbelt. Nikolausi wird einfach ein guter Abend. Keine Wehmut. Keine Entschuldigungen. Keine Gefangenen. Niemals. Hier im BONOBO'S und auch fortan beim SoFa-Thekengespräch wird man für das geschätzt, was man war und tat und nicht nur für das, was man geglaubt und wofür man gespendet hat. In diesem Sinne: ODIN STATT JESUS!
Nach diesem anstrengendem geistigen Erguß verbrachten Odin, Häuptling, Wikinger-Gefolgsleute und auf ausgedehnten Beutezügen erraubte und nur leicht lederbeschürzte und -gestiefelte Sklaven und Sklavinnen einen gar lustigen Abend und liessen in ihrer kleinen irdischen Walhalla, als Vorfreude auf das wahre Walhall, die wikingerischen Gesänge erklingen und erzählten Moritaten aus ihrem bewegten Leben. Niemand hatte dabei ein christlich verordnetes Büßergesicht. Alle Gesichter grinsten über beide Ohren.
Wie so oft klang der kurzfristig improvisierte Newsletter-Tresenabend damit aus, dass die Tresenmannschaft samt Gästen die paar Meter bis anne Ostsee an den Behelfstresen runterwanderte. Einen klitzekleinen Rum inne Faust, Gesicht zum Sonnenaufgang gen Osten gerichtet, ein wahrhaft munteres Wikinger-Liedchen über Thor, Odin und Walhal auf den Lippen und den Kopf voll unerfüllter Träume einer besseren Welt. Dann, genau dann, wenn der Schritt am Ufer der Ostsee verharrt, der Oberkörper sich lässig auf den Behelfstresen stützt, das vertraute und liebliche Quietschen des Korkens der Rumflasche erklingt und die Ostsee Brecher um Brecher gegen's Ufer schleudert, ja, dann ist es wieder da, das Gefühl: ALLES IST GUT.
Soviel vom Team der allerbesten Tresenschlampen aus St. Pauli und der Strandpiraten und Piratenbräute aus Süssau. Wir pfeifen immer noch aus dem letzten Loch und auf die Probleme der Welt, wie Weltfrieden, Klimawandel, Zugführerstreik und Starberater. Bei uns ist wahrer Frieden an allen Tresen, St. Pauli ist zweitklassig, das Klima ist angenehm und nicht katastrophal und - verdammt - wir wollen gar nicht in Euren rosa-Plüsch-Himmel, wir wollen nach Walhall.
In diesem Sinne, das war's erstmal aus dem BONOBO'S. Das nächste und letzte Thekengespräch im BONOBO'S ist am 6. Dezember 2007. Immer die bekannte eine Fingerbreit Wasser unterm Kiel und eine großzügige Handbreit Jack Daniel's im Glas wünscht das Team vom BONOBO'S.
Und ansonsten:
BONOBO'S Termine:
06.12.07: 50. und letztes Telekommunikations-Thekengespräch im BONOBO'S. Nikolausi.
05.03.08: 3. CeBIT Hausmesse im Lieb ich 5, Liebigstr.5 in Hannover, nur für geladene Gäste
MERKET AUF: Das BONOBO'S ischa nun gar nicht mehr geöffnet.
Gruß vom Fischmarkt und vom Ostseestrand...
Für das Team vom BONOBO'S.
Dirk Noellen