BONOBO'S Newsletter 40


Moin -
Es ist wieder Zeit. Der letzte Newsletter war vom 3. Oktober 2007.
!!! Hinweis: Das nächste Telekommunikations-Thekengespräch findet wie gewohnt am ersten Donnerstag im Monat, den 1. November 2007, statt. !!!

BONOBO'S News:

Donnerstag, 11. Oktober 2007, 48. TK-Thekengespräch
Es war eine nette Runde. Wir haben eine uns liebe und wirklich freie Beraterin für einen längeren Aufenthalt nach Amerika verabschiedet. Und wir haben gelernt, wie man professionell bei ebay verkauft. Also haben wir für's Leben gelernt.

BONOBO'S SONDERNEWS - BONOBO'S SONDERNEWS - BONOBO'S SONDERNEWS.

Es ist soweit.

Wir haben im August 2002 einen Vertrag geschlossen, der uns das BONOBO'S für über fünf Jahre bis zum Januar 2008 sicherte. In dieser Zeit haben wir Tonnen von Bier, Rum, Whiskey und Cola umgeschlagen und ihrer wahren Verwendung zugeführt. Wir haben Zentner Schmalzbrote geschmiert, LaFlute gebacken und Erdnüsse unter das Volk gebracht. Wir haben viel Spaß gehabt: die gemeinsame Renovierung unserer Bar und Kneipe, die verschiedenen Feiern hier am Elbufer von St.Pauli, die besinnlichen und tiefgründigen Gespräche mit unseren Rum-Blechbechern und vor allen Dingen die bisher durchgeführten 48 Thekengespräche, wo wir viele Menschen bewirten durften, die wir mögen. Gut, auch welche, die wir nicht so mögen. Aber dafür sind wir professionelle Tresenschlampen, das macht uns nix aus. Publikum schadet nur dem, der keins hat.

Wer uns kennt, weiß, dass wir Projekte lieben und uns daran, wie ein Säugling an der Mutterbrust, laben. Projekte (ACHTUNG, VORSICHT, viele kennen die nachfolgende Information noch nicht!!!:) haben einen definierten Anfang und ein definiertes Ende. Das Projekt BONOBO'S endet wie es sich gehört. Mit dem fünfzigsten Thekengespräch. Am Nikolaustag. Endgültig.

Das Team der besten Tresenschlampen der Welt sagt allen Freunden, Gästen, Aushilfs-Tresenschlampen, Stammgästen, Tresenkumpanen, Mitstreitern und den anderen Wegelagerern vielen Dank für eine wunderschöne und unvergessliche Zeit.

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Tschüss BONOBO'S-TK-Thekengespräch ! und Hello SoFa-Thekengespräch !

Da wir die angenehme und so oft auch heiter-spritzige Stimmung des "Rees an Backbord nach Dienst an der Bar" (also das Bonobo's-TK-Thekengespräch) nicht missen möchten, werden wir das Thekengespräch als SoFa-Thekengespräch weiterführen. Wir suchen dafür einen Ort in Hamburg aus, den wir mögen und wo man uns mag. Der Termin bleibt der erste Donnerstag im Monat.

AUS DEM LEBEN (1):

Unsere Gedanken zum Projektende BONOBO'S wurden von der traurigen Nachricht vom Tod einer uns lieben Frau überschattet. Sie war lebenslustiger und integraler Bestandteil des "BONOBO'S goes Concert"-Teams und hat ihre schwere Krankheit aufrecht und ungebrochen gemeistert. Wir - vor und hinter dem Tresen - trauern um einen lieben Menschen, ohne den die Welt wieder ein kleines Stückchen schlechter wird. Wir sind alle in Gedanken bei unserem Freund, der Familie und den Kindern.

Wie wir sie kennengelernt haben, hätte sie gewünscht, dass alles seinen normalen Gang nimmt, also machen wir weiter. Mit einer Falte mehr im Gesicht und einem kleinen Stück weniger heile Welt. Wie Lotto schon sagt: Wir seh'n uns oben.

AUS DEM LEBEN (2):

Das wilde und zum Glück ungezügelte Leben: Lanu und ihre Sentinels rocken weiter mit ihren exitorientierten Unternehmensmeldungen: http://www.boocompany.com.Und Lanu rockt die Leadgitarre dazu noch auf http://lanu.blogger.de/. Und das ist auch gut so.

Das alles beherrschende Thema am Tresen in den letzten Wochen war die Frage nach dem adäquaten Projektabschluß "BONOBO'S". Die Vorschläge am Tresen reichten vom gemeinschaftlichen Versenken des Dreimasters Rickmer Rickmers bis hin zum Lemminge-Selbstmord an der Bordsteinkante bei den Bordsteinschwalben auf'm Kiez. Ganz verwegene Gesellen riefen zu einer Nacht des Bösen (wie früher im Molotow: Fleurs du Mal-Party..., Eingeweihte wissen Bescheid und bekommen feuchte Augen...) im Studio einer herrschsüchtigen Dame in der Herbertstrasse auf. Sie wurden sofort in den Heizungskeller zum Kohlenschippen verbannt. Wer freiwillig leiden will, kann auch gezwungen schippen.

Ein Bekannter aus Mobilcom-Tagen äußerte, wir sollten wieder, wie damals, eine Caipirinha-Party zum Abschluß veranstalten. Für die ungeheure Idee, dass Ende des BONOBO'S-Projektes mit dem Ende von Mobilcom zu vergleichen (egal, was jetzt besser oder schlechter sein mag), zollten wir diesem Herrn den ihm gebührenden Respekt: Ebenfalls ab in den Keller zum Schippen.

Das Ergebnis der Diskussionen ergab sich wie von selbst: Adäquat ist: Wir veranstalten einfach das fünfzigste Thekengespräch am Nikolausi. Die Bar und die Gäste voll. Das ist Ereignis genug. Und ganz intern werden wir später bei einem klitzekleinen Rum an unserem geliebten Tresen still und ganz langsam Abschied nehmen. Immerhin haben sich alle besten Tresenschlampen der Welt für diese unsere Bar einen Tennisarm beim Handtäschchen-Wedeln geholt und sich die roten Riemchen-Stöckelschuhe oder schwarzen Lederstiefel heftigst an der Bordsteinkante des Beratermarktes abgewetzt.

Ein Tränchen drückt sich langsam bei einem emotional nicht vollständig ausgeglichenen Berater aus dem Augenwinkel. Und sofort fällt die Tresenmeute über den rührseligen Miesepeter her. Sprüche wie "Du emotionaler Gefühlsduseler kommst gleich in den Keller zum Schippen", "Du gehörst wohl auch zu den angepasst Flachhintern-Sitzflächenbreitsitzern, die zwanzig Jahre das Gleiche machen wollen?", "Na, 'ne Zwiebel unter'm Tresen versteckt?" oder "rührseliges Flennen wegen einem erfolgreichen Projektende ist wie Lachen wegen Zahnschmerzen" flogen wie sea skimmer missiles über den Tresen. Nach einem versteckten Schluchzen wurde der Herr ebenfalls zu den Kohlen befördert. Schippen macht lustig.

Wenn sich jemand wundert, warum wir denn so viele Starberater (das sind die, die mehr Starallüren als Wissen haben) in den Keller zur "Migration von fossilen Brennstoffen (in Starberater-Deutsch) verschleppen, der sollte wissen, dass schon bei den Wikingern solche Leute einfach mit der Opferkeule zur Strecke gebracht wurden. Als überzeugte und praktizierende Humanisten - ganz im Geiste von Erik dem Wikinger - haben wir diese einfache Methode in die aktuelle Zeit umgesetzt. Wir sind darauf nicht stolz. Schon beim alten Erik machte nur das Kämpfen mit echten und mutigen Feinden den Weg nach Walhall frei. Der Rest war einfach ein rough job. But someone has to do it. Wenn wir die Bar verlassen, geben wir gerne den Schlüssel zum Kohlenkeller weiter. Bestimmt findet sich eine Retter-Starberateragentur, die das Stargesülze ertragen und diese Leute sogar noch gewinnbringend an Kunden verkaufen kann. Wieso sollten die Starberater besser sein als die Starauftraggeber?

Aber obacht! Irgendwo da draussen gibt es noch weitere Kohlenkeller; für jeden den für ihn passenden! Wir - und jetzt kriege ich bestimmt wieder Ärger wegen Selbstüberheblichkeit, aber egal, lieber einen guten Spruch gemacht und einen Freund verloren... - haben unseren Keller schon vor Augen. Er liegt in Asgard und wird Walhall oder Walhalla genannt. Wir brauchen kein Harfengeklimpere irgendwelcher David-Hamilton-Teenies in flauschig-durchsichtigen und weichgezeichneten Schleiern, die in weiß (bäh!) als Farbe der Unschuld uns dann unser Lebensende - dirnenhaft durchtrieben aber lieblich verpackt - schmackhaft machen sollen. Wir feiern lieber mit Freunden und anderen Einherjern und lassen echte Walküren um uns sein. Nicht so ein liebliches Gefussel sondern echte Freude und Freunde. Kein Hosianna-Chorgesumme älterer Pädophile sondern ein deftiges Fest der Sinne. Dort wo man für das geschätzt wird, was man war und tat und nicht nur für das, was man geglaubt und wofür man gespendet hat. In diesem Sinne: ODIN STATT JESUS!

Nach diesem anstrengendem geistigen Erguß verbrachten Odin, Häuptling, Wikinger-Gefolgsleute und auf ausgedehnten Beutezügen erraubte und nur leicht lederbeschürzte Sklaven und Sklavinnen einen lustigen Abend und liessen in ihrer kleinen irdischen Walhalla, als Vorfreude auf das wahre Walhall, die wikingerischen Gesänge erklingen und erzählten Moritaten aus ihrem Leben. Niemand hatte dabei ein christlich verordnetes Büßergesicht. Alle Gesichter strahlten über beide Ohren.

Wie so oft klang der kurzfristig improvisierte Newsletter-Tresenabend damit aus, dass die Tresenmannschaft samt Gästen die paar Meter bis anne Ostsee an den Behelfstresen runterwanderte. Einen klitzekleinen Rum inne Faust, Gesicht gen Osten in die Ferne, ein wahrhaft munteres Wikinger-Liedchen über Thor, Odin und Walhal auf den Lippen und den Kopf voller unerfüllter Träume einer besseren Welt. Dann, genau dann, wenn der Schritt am Ufer der Ostsee verharrt, der Oberkörper sich lässig auf den Behelfstresen stützt, das vertraute und liebliche Quietschen des Korkens der Rumflasche erklingt und die Ostsee Brecher um Brecher gegen's Ufer schleudert, ja, dann ist es wieder da, das Gefühl: ALLES IST GUT, solange Du wild bist.

Soviel vom Team der allerbesten Tresenschlampen aus St. Pauli und der Strandpiraten und Piratenbräute aus Süssau. Wir pfeifen immer noch aus dem letzten Loch und auf die Probleme der Welt, wie Weltfrieden, Klimawandel und Starberater. Bei uns ist wahrer Frieden an allen Tresen, St. Pauli ist zweitklassig, wird morgen gegen Werder II. im Pokal weiterkommen, das Klima ist angenehm und nicht katastrophal und wenn wir wollen und uns anstrengen, könnten wir sogar nett sein. Wollen wir aba nich.

Wir arbeiten mittenmang in Hamburg St. Pauli, direkt anne Elbe und am Pinnasberg, ein paar Hundert Meter vonne Reeperbahn, Kleine und Große Freiheit, Pinnasberg, Silbersack-, David- und Herbertstraße entfernt. Wir arbeiten ebenfalls am Strand der Ostsee, umgeben vom Gelächter der Lachmöwen, dem würzigen Geruch des Seetangs und dem Tosen des Meeres. Und wir arbeiten dort, wo man uns entsprechend bezahlt. Wir sind käuflich und stolz drauf. Allen Glücklichen hinter und vor dem Tresen und dem Behelfstresen geht dieses angenehme Selbstverständnis süffig die Kehle runter.

In diesem Sinne, das war's erstmal aus dem BONOBO'S. Das nächste und vorletzte Thekengespräch im BONOBO'S ist am 1. November 2007. Immer die bekannte eine Fingerbreit Wasser unterm Kiel und eine großzügige Handbreit Jack Daniel's im Glas wünscht das Team vom BONOBO'S.

Und ansonsten:

BONOBO'S Termine:

01.11.07: 49. und vorletztes Telekommunikations-Thekengespräch im BONOBO'S
06.12.07: 50. und letztes Telekommunikations-Thekengespräch im BONOBO'S. Nikolausi.
05.03.08: 3. CeBIT Hausmesse im Lieb ich 5, Liebigstr.5 in Hannover, nur für geladene Gäste

MERKET AUF: Das BONOBO'S ist gar nicht mehr geöffnet.

Gruß vom Fischmarkt und vom Ostseestrand...

Für das Team vom BONOBO'S.

Dirk Noellen