BONOBO'S Newsletter 32
Moin -
Es ist wieder Zeit. Der letzte Newsletter war vom 11.04.2006.
!!! Hinweis: Das nächste Telekommunikations-Thekengespräch findet am Donnerstag, den 01.06.06, also kommenden Donnerstag, statt !!!
BONOBO'S News:
Mittwoch, 12.04.06, BONOBO'S goes FC St. Pauli - Bayern München
Pauli-Spiel: Tja. Es hatte leider nicht gereicht. Wir fuhren also nicht nach Berlin. Wer das Spiel der Underdogs gegen Bayern gesehen hat, wird zustimmen müssen, dass sich die Kiezkicker wacker geschlagen haben. Aber das war nichts gegen die Live-Stimmung im Stadion. Als das 3:0 für Bayern fiel und allen klar war, dass es vorbei ist, standen 20.000 Pauli-Fans wie ein Mann auf und bejubelten Ihre Mannschaft, die das Unmögliche möglich gemacht hatte und bis ins Halbfinale des DFB-Pokals gekommen waren. "You'll never walk alone" aus 20.000 Kehlen - just nachdem die gegnerische Mannschaft gewonnen hat -, das ist echter Sportsgeist. Und das blieb so bis lange nach dem Spiel. Die ewigen pseudo-objektiven Nörgler und Meckerer in deutschen Firmenetagen sollten sich ein Beispiel daran nehmen. Hier auf St. Pauli steht man zu seinem Team. Immer.
Und nochmal Dank an die Fans anderer Vereine und insbesondere denen aus St. Ellingen, die uns Glück wünschten.
Samstag, 15.04.06: BONOBO'S goes FC St. Pauli - Holstein Kiel
Regionaloberliga Nord. Ergebnis: 2:2. Bilanz für uns: ebenfalls 2:2 = zwei St. Pauli - Lümmel (Riesenbockwurst) und zwei Bier. Das Ergebnis war irgendwie eindeutig unentschieden.
Ostermontag, 17.04.06: BONOBO'S goes Freedom of the Seas
Ein harter und unerbittlicher Wikingertrupp machte sich um 05:45 aus dem BONOBO'S auf, um die neuesten shipping news zu überprüfen. Und wirklich und wahrhaftig. Um 06:00 schob sich das größte Passagierschiff der Welt auffe Elbe stromaufwärts vorbei, um in Hamburg zu docken. Erstaunlich viele Besucher zogen mit dem Schiff gen Landungsbrücken. Gestärkt mit Grog und gewappnet mit Stulle inne Hand warteten wir auf das Wenden und Eindocken. Gegen 07:00Uhr schob sich der Schlickrutscher dann ins Dock und wir inne Bar. Glücklich und bläulich angelaufen lächelnd. Seemann, deine Heimat ist...
Mittwoch, 19.04.06: BONOBO'S goes The Gathering
Alle Düstermänner und -frauen taten sich wieder zusammen und pilgerten zu Anneke und ihren Fritjes inne Markthalle. Und wir mittenmang dabei. Das Konzert fiel dann leider aus. Kurzentschlossen ab ins September in der Feldstraße. Momentaufnahme unserer vergeistigten Gespräche über aktuelle Probleme der sozialen Schichtung der Bevölkerung: "Was machen die ganz doll mutigen Generation-X-Yuppies am Abend? Klar: Die Mädels vonne Reeperbahn prellen: ... ... Bezahlen und nicht hingehen."
Sonntag, 23.04.06: 3. Hamburger Marathon-Hafenparty im BONOBO'S
Der Marathon vor der Tür. Die geschlossene Gesellschaft auch. Es ist so herrlich dekadent den Sportlern mit einem Guten-Morgen-Drink mit Schirmchen zuzuprosten. Und das taten wir.
Montag, 24.04.06: BONOBO'S goes Anthrax
Unsere Konzertgänger-Tour ging weiter. Diesmal die Wiedervereinigung von Anthrax mit Sänger Joey Belladonna in der Markthalle in Hamburg. Was für eine Party. Headbanging und Stagediving existieren noch. Altersgerecht standen wir im Hintergrund. Platz für die Youngsters mit langen Haaren machen. Schließlich waren wir 1986 schon ganz vorne dabei. Und hatten noch Haare. Aber was für ein Fest.
Sonntag, 30.04.06: BONOBO'S goes Lotto King Karl
Hamburg, meine Perle. Zwei Abende eine ausverkaufte Color Line Arena. Und Loddo rockte. Wir auch. Danach Taxe - Döner auf'm Kiez und Drink daheim (inne Bar). Ein perfekter und kulturell anspruchsvoller Abend.
Donnerstag, 04.05.06, 38. Telekommunikations-Thekengespräch
Begehrte Stehplätze am Tresen waren knapp. Sitzplätze erst recht. Hatte doch ein befreundeter Rollout-Mann (klar: Stammkunde am Tresen) seine Truppe eingeladen. Das Bier floß in Strömen. Wie die Lachtränen. Dazu wikingerische Sagen und Moritaten gewürzt mit dem einen oder anderen Bier und Jack.
Für BONOBO'S-Insider: Tanya: 3, Tyra: 4, Helen: 6, Alysha 6, Eva: 1. Keine Änderung. Verdammt noch mal.
Samstag, 20.05.06, BONOBO's goes Torfrock in Wilhelmshaven
Wer es noch nicht weiss oder gar nichts merkt: Das Tresenteam + Family + Friends gehen häufiger zu Konzerten. Wer mit will, Bescheid sagen. Diesmal verschlug es uns nach Wilhelmshaven. Die deutschen ZZ-Top aus Schleswig-Holstein rockten wieder. Von den Sonntagsjägern über Preßlufthammer Bernhard bis zu Rollo, dem Wikinger, war alles da. Die Vertreter der Torfmoorholmer Folklore und ihre Anhänger waren gut drauf. Wir haben uns einen Button gekauft: ODIN statt JESUS. Tja. Wikinger halt.
AUS DEM LEBEN:
Und Lanu schreibt und macht und schreibt und macht... exitorientierte Unternehmensmeldungen. Ach ja. Kalkulierte Risiken mag sie nicht. Aber Spinnen und Hunde. Für alle die das und noch viel mehr wissen wollen: Lanu und ihre Sentinels rocken auf: http://www.boocompany.com.
Wir hatten im letzten Newsletter nach einer alten Komödie gefragt. Von 1944. Und der Hauptdarsteller sagt: "Ja, sogar mich selbst habe ich erfunden. Wahr an der ganzen Sache ist nur der Anfang: xxx. Wahr sind nur die Erinnerungen, die wir mit uns tragen, die Träume, die wir spinnen, und die Sehnsüchte, die uns treiben. Damit wollen wir uns bescheiden." xxx galt es zu erraten. Dreimal gab's Freibier: "Die Feuerzangenbowle" mit Heinz Rühmann als Pfeiffer mit drei F...
Am Tresen erzählte uns ein temporärer Neuzugang eine Geschichte: "April 1945. Im Führerbunker in Berlin warten alle darauf, daß Adolf Hitler freiwillig aus dem Leben scheidet. Aber Hitler, der sich von der Idee eines Großreichs unter deutscher Führung längst verabschiedet hat, findet Kraft in seiner letzten großen Vision: Deutschland soll Fußballweltmeister werden. Irgendwann soll jeder Deutsche sagen können: "Wir sind wieder wer". Seinem verduzten Leibwächter, Johann Rattenhuber, erläuterte er seine für damalige Verhältnisse visionäre Fußballphilosophie: "Der Ball ist rund" und "Nach dem Speil ist vor dem Spiel". Goebbels macht sich als frisch umfunktionierter Fußballminister daran, einen Masterplan für den von Hitler angepeilten Triumph auszuarbeiten. Glücklicherweise entpuppt sich ein Soldat der Roten Armee, Ivan, der sich versehentlich in den Bunker verirrt, als Fußballexperte. Unter seiner Anleitung perfektioniert das Ehepaar Goebbels die Abseitsfalle, Rattenhuber die Manndeckung und Eva Braun den Fallrückzieher. Als Adolf Hitler auch noch einen Elfmeter verwandelt, gibt es im Führerbunker kein Halten mehr. Für das völlig entfesselte deutsche Team beginnt das Spiel des Lebens."
Auf Nachfragen, wie man denn zu so einer schrägen Geschichte kommen kann, kam die lakonische Antwort "Premieren-Abo". Alle hatten Premiere-Abo verstanden und fragten nun nach dem Namen des Films. Unser Neuzugang gehörte aber zur kulturellen Creme de la Creme (oder so) und meinte wirklich "Premieren-Abo"...: "Mein Ball - ein deutscher Traum" von Erik Gedeon, Uraufführung 21.05.06, Schauspielhaus Hamburg. Und jetzt sag nochmal jemand, wir hier am Tresen hätten einen Knall wegen der schrägen Geschichten.
Und so ging das munter weiter. Am Tresen wurden alle besonderen Meldungen der letzten Zeit durchgehechelt. Einstimmig wurde beschlossen: Der Held des Monats wurde der französische Innenminister Nicolas Sarkozy, der die schweizerische Tageszeitung "Le Matin" verklagt hat, weil sie über den Seitensprung seiner Frau berichtet hat. Ein Held nach unserem Geschmack: Nicht wegen der Klage, sondern wegen der Höhe der Schadensersatzforderung. Immerhin exakt 1 Euro. Der Mann hat einfach Stil.
Zum Thema Stil ging es vorgestern am Tresen erst richtig hoch her: Thema: Kokainfund bei Lotto King Karl inne Wohnung. Und Lotto hat jetzt auf seiner Homepage veröffentlicht: "Liebe Leute, was soll ich noch sagen? Ihr habt's alle gehört: Ich hab' Scheiße gebaut. (...) Ja, es wurden bei der gestrigen polizeilichen Durchsuchung meiner Wohnung Drogen (Anmerkung: Kokain) in sehr geringem Umfang gefunden. (...) Ich hoffe, Euch durch diese Ereignisse nicht zu sehr vor den Kopf gestoßen zu haben und würde mich freuen, wenn Ihr mir meine ehrliche Reue abnehmt. Ich bedanke mich für den Trost, Zuspruch und die Unterstützung, die mir seit gestern von vielen Seiten zuteil wurde, habe aber auch Verständnis dafür, wenn einige von Euch für mich kein Verständnis mehr haben. Ich ziehe daher meinen Hut vor der Größe derjenigen, die mir dennoch verzeihen können."
Nach offiziellem Verlesen des Statements waren alle am Tresen platt und nuckelten nachdenklich am Rum rum. Und dann ging's los. Worte flogen über das Tresenholz, Enttäuschung wurde gegen den Zapfhahn geschleudert, Ärger brach sich die Bahn durch das Labyrinth der Rumgläser. Es wurde heftig diskutiert. Ergebnis: Klar nehmen viele Musiker Drogen. Auch Kokain. Selbst schuld. Wer aber gerne das Image eines Repräsentanten einer Stadt wie Hamburg hat und ausserdem noch Fußball und HSV ganz nach oben stellt, der hat verdammt nochmal nichts mit Drogen wie Kokain zu tun zu haben. Und da spielt es keine Rolle, ob die Menge nun zu einer Straftat reicht oder nicht. Unseren Kindern erzählen wir ja auch nicht: Habt nie mehr als zwei oder drei Gramm Koks für den Eigenbedarf dabei, sonst macht ihr euch strafbar... Aber was soll's. Done. Der Obermacker vom Tresenteam verkündete sein letztes Lotto-Konzert bereits gesehen zu haben (siehe oben "BONOBO'S goes Lotto King Karl"). Das Konzert war klasse. Und das war's. Niemals wieder. Und wenn es nur deswegen ist, um die Glaubwürdigkeit zum Thema Koks gegenüber den eigenen Kindern zu erhalten. Und leise erklang über den Tresen inne Bar hier unten am Hafen das Lied "Let's all drink to the death of a clown..." Prost und Tschüss Loddo, war schön die Zeit mit Dir. Die Musik hören wir weiter, aber Dir persönlich zujubeln und Dir huldigen werden wir nicht mehr. Jeder ist für sein Tun verantwortlich.
Einige Stamm-Besucher des Tresens (das sind die, für die, wenn sie denn dann da sind, das Schild "Geschlossene Gesellschaft" angebracht wird, damit auch ja kein Fremder denkt, er könnte zu uns in die Kneipe kommen und was zu trinken bestellen...) hatten die Zeichentrickserie "Popetown" gesehen. Kurzbeschreibung: Der Vatikan. Hauptfigur ist ein kleiner, dicker Papst, der zusammen mit korrupten Kardinälen Waisenkinder in die Sklaverei verkauft und gerne mit einem verblödeten Bürogehilfen in die Badewanne steigt. Also eine Serie, die sich auf dem Niveau von GZSZ bewegt. Nur wunderbar geschmackloser. Hallelujah, lujah sog i.
Die Katholen und ihr ZK (!!!), das Zentralkommitee, haben sofort Stunk gemacht und ein Verbot der Ausstrahlung auf MTV gefordert. Was sind schon Grundwerte wie Presse-, Meinungs- und Redefreiheit. Insbesondere wurde das Plakat, wo Jesus lächelnd vom Kreuz steigt angeprangert: "Lachen statt Rumhängen" stand drauf. Am Tresen wurde breit gelächelt. Guter Spruch. Explosionsartiges Gelächter als vonne Ecke am Tresen kam: "jaja, DAS sind die Bretter, die die Welt bedeuten...nur zwei Stück und von Römern zusammengenagelt und der Lattenjupp mittenmang."
Tja, jetzt glaubte sich die Katholische Kirche verhöhnt. Stimmt. Meyer, Chef des ZKs, forderte Zensur. Hat er nicht bekommen. Eigentlich warten wir hier am Tresen darauf, demnächst Männer in kultigen, kirchlichen Kutten rosenkranzbetend durch die Hauptstraßen mit brennenden deutschen Flaggen pilgern zu sehen. Hosianna! Und hat die Müsli-Generation, die neue und neu-alte deutsche Linke, wieder Verständnis? Wie damals vor ein paar Monaten für die Jungs in den anderen kultigen, aber muslimischen Kutten? Na, am Tresen war alles klar. Der liebe Gott im Himmel ist ein ausgekochtes Schlitzohr mit super Humor. Warum? Na, schaut Euch um, der hat das alles hier geplant und geschaffen. Das kann nur ein gnadenloser Witz sein. Und wir rührten weiter im Rum rum.
Wie so häufig, klang auch dieser Tresenabend damit aus, dass die Tresenmannschaft die paar Meter bis anne Elbe runterwanderte. Ein kleines Flens inne Hand und ein gar munter Liedchen auf den Lippen (Wikinger-Moritaten und Heldengesänge vonne Küste). Dann, genau dann, als der Schritt verharrte, der Oberkörper sich auf das Geländer stützte, das freundliche Plopp erklang, ja, dann war es wieder da, das Gefühl, dass alles gut ist. UNS KRIEGEN DIE NICHT.
Soviel vom Team der besten Tresenschlampen dieses Universums. Es tut uns nichts leid. Gar nichts. Niemals. Wir pfeifen immer noch auf die Probleme der Welt, wie Weltfrieden, Klimawandel, steigende Prozessorleistung und koksende Maskottchen. Bei uns ist Frieden am Tresen, das Klima ist angenehm, die Zapfgeschwindigkeit ist völlig ausreichend und Koks kommt bei uns in den Ofen. Wir arbeiten mittenmang in Hamburg St. Pauli, direkt anne Elbe, ein paar Hundert Meter von Reeperbahn, Kleine und Große Freiheit, David- und Herbertstraße entfernt. Und allen Glücklichen hinter und vor dem Tresen geht dieses angenehme Selbstverständnis süffig wie ein echter Johannsen Rum würzig und weich, lasziv und langsam die Kehle runter. Begrabt unsere Herzen an der Biegung der Theke.
In diesem Sinne, das war's erstmal aus dem BONOBO'S. Bald ist wieder Thekengespräch. Immer eine Fingerbreit Wasser unterm Kiel und eine Handbreit Jack Daniel's im Glas wünscht das Tresenteam vom BONOBO'S.
Und ansonsten:
BONOBO'S Termine:
Do, 01.06.06, ab 17:30 Uhr, 39. TK-Thekengespräch: (http://www.bonobos.info/tknews_39.html)
Do, 06.07.06, ab 17:30 Uhr, 40. TK-Thekengespräch: (http://www.bonobos.info/tknews_40.html)
Do, 03.08.06,TK-Thekengespräch FÄLLT AUS!!!! WIR SIND AM STRAND!!!!
Mo, 19.03.07, ab 17:00 Uhr, 2. CeBIT Hausmesse im Lieb ich 5, Liebigstr.5 in Hannover
ERWACHET UND MERKET AUF: Das BONOBO'S ist nur nach Vereinbarung und zu besonderen Anlässen geöffnet.
Mehr Info dazu unter: http://www.bonobos.info in der Rubrik "Öffnungszeiten".
Für gute Bekannte öffnen wir weiterhin immer gerne. Kurzer Anruf genügt.
Gruß vom Fischmarkt bei Sonnenschein, Regen, dicken Wolken und guter Laune. Moin!
für das Team vom BONOBO'S
Dirk Noellen