BONOBO'S Newsletter 31
Moin -
Es ist wieder Zeit. Der letzte Newsletter war vom 20.03.2006.
!!! Hinweis: Das nächste Telekommunikations-Thekengespräch findet am Donnerstag, den 04.05.06, statt !!!
Und ein noch wichtigerer Hinweis: Morgen beginnt das Ende von Bayern München. Die Bayern versuchen in unseren geliebten FC St. Pauli-Hexenkessel, dem Millerntor-Stadium, zu spielen. Und die deutsche Fußballwelt wird erleben, wie die Lederhosen langsam runterrutschen. Denn es ist klar: Wir fahren nach Berlin! Und wesentliche Teile des Tresenteams von vor und hinter dem Tresen sind dabei, wenn unsere Kiezkicker nach der Musik von AC/DC (Hells Bells) einlaufen. Also: ab morgen 20:00 Uhr ist Ausnahmezustand auf St. Pauli. Und bei uns. WIR SIND POKAL.
BONOBO'S News:
Do, 06.04.06, 37. Telekommunikations-Thekengespräch
Eine kleine und traute Runde erzählte sich wikingerische Heldentaten an unserem Tresen.
Für BONOBO'S-Insider: Tanya: 3, Tyra: 4, Helen: 6, Alysha 6, Eva: 1
Mi, 05.04.06, BONOBO'S goes Theatre of Tragedy
Nomen est Omen. Wir waren im Konzert in der Markthalle. Theatre of Tragedy sollten auftreten und zwei Vorgruppen waren da (Gothminister und so). Angekündigt für den "Großen Saal" in der Markthalle spielten die Vorbands im Marx (sehr kleiner Saal) in der Markthalle. Und wir fragten uns - gemütlich auf ein paar Astra-Bierkisten mit Polster sitzend - wann denn dann die Konzertgäste kommen würden. Und das Ende vom Lied: ToT spielten vor 45 Leuten ihr Konzert... Die neue Sängerin (Nell hat Liv Kristin ersetzt) war nicht schlecht, aber insgesamt alles ziemlich mau. Wir fanden uns bald auf den Kisten sitzend wieder. Wer es noch nicht weiss: Das Tresenteam + Family + Friends geht häufiger zu Konzerten. Wer mit will, Bescheid sagen.
AUS DEM LEBEN:
Es gibt ihn wieder! Den Newsletter von Lanu für diejenigen, die keine Angst haben müssen, exitorientierte Unternehmensmeldungen zu lesen. Auch wir haben uns ganz besonders und ganz speziell intensiv für eine Neuauflage eingesetzt... Und... jetzt isser da. Unser Sonntag / Montag hat erheblich gewonnen. So haben wir jetzt nicht nur den allsonntäglichen Fischmarkt vor der Tür anne Elbe sondern auch unseren Newsletter wieder. Jetzt hätten wir gerne noch unsere Jugend und unsere Haare zurück, dann wäre der Sonntag wieder perfekt. Aber wer weiss, wenn Lanu schon den Newsletter wieder bringen kann, vielleicht kommt dann auch die Jugend wieder zurück... Für alle die es wissen wollen: Lanu und die Sentinels rocken auf: http://www.boocompany.com.
Es ist Frühling in Hamburg. Mit Tornado und so. Am Tresen entfachte die philosophische Betrachtung der blümeranten Frühlingsgefühle einen kleinen Sturm im Whiskyglas: Frühling bedeutet für das Team der besten Tresenschlampen der Welt (also für uns), dass wir erst immer später mit dem Trinken anfangen können (es wird später dunkel) und schon früher wieder aufhören müssen (es wird früher wieder hell). Deshalb ist man länger nüchtern. Und bekommt mehr mit. Daher die Frühlingsgefühle. Weil man aber die rauhen Wintermonate mit ausgiebiger Dunkelheit und langen Wikinger-Gelagen hinter sich hat: Frühjahrsmüdigkeit. Das ist auch der Grund, warum die Skandinavier so unermeßlich viel trinken: Wenn es nur zwei Stunden am Tag hell ist, dann reicht das man gerade für drei Aspirin, ein Stück trockenes Weissbrot und einen dänischen ristet HotDog. Dann wird es wieder dunkel. Nur mit brachialer Gewalt konnten die Gäste am Tresen uns, das Team vom BONOBO'S, aufhalten, als uns klar wurde, das das geheiligte Land nicht im Nahen Osten sondern in Nord-Norwegen liegen muss. Immer dunkel - immer blau. Getreu dem Motto der Unverzagten am Tresen: Nüchtern erkennst Du die Abgründe der Welt, betrunken die Tiefen des Universums. Skal.
Wir haben in unserer Filmsammlung einen alten Film gefunden. Eine Komödie. Von 1944. Und der Hauptdarsteller sagt: "Ja, sogar mich selbst habe ich erfunden. Wahr an der ganzen Sache ist nur der Anfang: xxx. Wahr sind nur die Erinnerungen, die wir mit uns tragen, die Träume, die wir spinnen, und die Sehnsüchte, die uns treiben. Damit wollen wir uns bescheiden." xxx gilt es zu erraten. Wie immer gibt das erfolgreiche Nennen des Titels des Films (xxx) ein Freibier am Tresen. Und alle am Tresen haben erst einmal mit feuchten Augen tief in ihr Glas gesehen. Erinnerungen, Träume, Sehnsüchte. Verhaltenes Schluchzen. Hach ja.
Nach einer Minute war dann genug mit dieser Gefühlsduselei. Das Tresenteam befahl: Es ist jetzt dunkel (draussen vor der Tür war noch heller Sonnenschein, wen interessiert's ?) und los geht’s. Nach weiteren zwei Minuten der erste derbe Witz. Nach 30 Minuten die dritte Runde Jack mit Schuss. Soviel zum Thema Frühlingsgefühle, Träume, Sehnsüchte und so'n Kokolores. Alles Warmduscher-Gesabbel. Echte Kerls denken nur an das Eine, fassen sich andauernd zwischen die Beine, hocken sich nicht wie ein Froschkönig auf den Thron und weinen nur in den Armen Ihrer Mutter. Und im Kino bei Aristocats. Und wenn das Bier umfällt. Und wenn die Freundin wech ist. Und wenn ein Kratzer im Auto ist. Und wenn der Chef wieder unfair ist. Und wenn was weh tut. Und wenn die Sonne untergeht. Und wenn die Sonne wieder aufgeht. Und überhaupt. ... Also: Nicht so'n Gefühls-Duselkram. Hier am Tresen sitzen Kerle. Geschluchzt wird nur im WC. Dort allerdings spielen sich Dramen ab. Wenn die Urinale reden könnte...
Wenn unsere Deerns (ja, die auch) und Jungs nicht auf'm Pott heulen, sondern am Tresen sitzen, dann entspinnt sich manch fachmännische Diskussion. Neben den Standardthemen wie Männer und Frauen, Frauen und Männer, Mann und Frau, Herr und Dame, Adam und Eva, Angela und Edmund (gell, was sich liebt, das neckt sich...) gibt es ein weiteres Thema: Musik. Es wird philosophiert über U- oder E-Musik (die Intellellen), Hardrock oder Poser-Metal (die ewig Jungen), ob die Moldau nur "Alle meine Entchen" in Moll ist (die ewigen Besserwisser) und meistens endet das dann mit einem kräftigen Zug am Jack-Glas und dem vernichtenden Kommentar: "Ich glaube, dass du zu den Leuten gehörst, die keine Ahnung von Musik haben und denken, die Zauberflöte ist von Beate Uhse." Touchdown.
Bei einer der klassischen Tresendiskussionen wurde mal wieder über Frauen nachgedacht. Die über 40. Der geneigte Leser des Newsletters mag nun sagen: Auweiah, gefährliches Thema. Mitnichten. Am Tresen wurden klar die von Andy Roony's Sendung "60 Minutes" bei CBS genannten Gründe im Brainstorming-Verfahren verfeinert: Je mehr Erfahrung ein Mann hat, desto mehr schätzt er Frauen über 40. Begründung: Nur wenige Frauen über 40 geben irgendetwas darauf, was ein Mann von ihnen denkt. Frauen über 40 strahlen Würde aus. Niemals werden sie jemandem lauthals eine Szene mitten in der Oper oder einem teuren Restaurant machen. Allerdings werden sie, wenn der Mann es verdient, nicht zögern, ihn zu erschießen -- wenn sie sicher sind, damit ungeschoren davon kommen zu können. Eine Frau über 40 würde niemals den Mann nachts wecken und wissen wollen, was er gerade denkt. Es interessiert sie einfach nicht. Ausserdem wurde einhellig beschlossen, dass nur Frauen über 40 wirklich knallroten Lippenstift tragen können und damit auch noch gut aussehen. Nicht diese hypersportlich und -aktiv umherhüpfenden Jungmädchen mit aktiver Sonnenbräune und bauchnabelfreier Jeans mit sichtbarem Waschzettel am Plastik-Camouflage-G-String. Und weil sich die Kerls am Tresen in dieser Rolle des Genießers gar zu gut gefielen, schaukelten sie bei dieser Diskussion jeder einen Remy Martin VSOP leicht sinnig lächelnd im Cognac-Glas kurz über dem Bierbäuchlein umher.
Im letzten Newsletter hatten wir die Zukunft im Jahre 2026 dargestellt. Kurze Zusammenfassung: Merkel kündigt Rückzug an - Solidarität mit den Armen am Tegernsee - Freiheit für Schröder - George W. gestorben - Reform des Gesetzes über aktive Sterbehilfe - ETDN hat Glasfaserversorgung komplettiert - Monatlicher CSD in Berlin mit Frau Westerwelle - Rauchen für Kinder wird Pflicht - Nobelpreis für Literatur an Bohlen vergeben. Und jetzt kommen noch ein paar ausgewählte Meldungen:
Frau Westerwelle riss sich gestern Nachmittag auf dem Christopher's Street Day Mai 2026 das Baströckchen von den runden Silikon-Hüften und tanzte nur im String. Befragt nach dem Anlaß dieses befremdlichen Tuns einer Dame über 50 antwortete Frau Westerwelle errötend, dass sich nach der Umwandlung sofort das Klimakterium eingestellt habe und ihr nun abwechselnd heiss und kalt werden würde. Deshalb hätte sie auch gleich nach dem Tanz wieder ihren Nerzmantel überziehen müssen. Anwesende Aktivisten von Greenpeace verzichteten auf ein Besprühen des Nerzes, weil alle froh waren, dass Frau Westerwelle wieder angezogen war.
Der selbsternannte, und von der TFDP (Teilweise Freie Demokratische Partei) sofort im Amt bestätigte, Party-Minister Daniel Küblböck wurde in München betrunken aus der Maibowle in der Bayerischen Staatskanzlei gefischt. Seine seit 15 Jahren mit ihm verheiratete Frau, Heidi Klum, trocknete sein Bäuchlein, nahm ihn an die Hand, erneuerte auf den in München neu eingerichteten geschlechterübergreifenden Schickeria-Toiletten sein Makeup und versohlte ihm vor der Tür den mit einem lila Lederhöschen bedeckten Hintern. Weitere Besucher der Schickeria-Toilette, die sogenannten Urinal-Amigos, wandten sich ob dieses allwöchentlichen Rituals gelangweilt ab. Die Klofrauen Iris-Ich-Werde-Niemals-Alt-Berben und Uschi-Ich-bin-so-süss-Glas winkten ebenfalls genervt ab, während ihre Söhne versuchten die grünen Sie-wissen-schon-welche-Tabletten in ganzen Stücken zu schnupfen.
Fußball. Bayern München hofft auf das Erreichen des Achtelfinals des DFB-Pokals. Im DFB-Pokal treffen am kommenden Mittwoch die beiden Erzrivalen, der Bundesligist FC St. Pauli und der Regional-Liga-Süd-Verein Bayern München wieder aufeinander. Mit der Niederlage am Millerntor in Hamburg im Jahre 2006, das Jahr in dem FC St. Pauli zum ersten Mal Pokalsieger wurde, begann der lange Marsch der Bayern von der ersten Liga bis hinunter zur Amateur-Oberliga. Nicht weiter erstaunlich war, dass Bayern auf das Heimrecht des Klassen-niedrigen Vereins verzichtete. Die Einnahmen für Bayern seien im 85.000 Menschen fassenden Millerntorstadium weitaus höher als im heimischen Dorfacker, der ehemaligen Landebahn 2 des inzwischen bedeutungslosen und vom Erdinger Moos überwachsenen Franz-Josef-Strauß-Flughafens. Hätte man das Olympiastadion 2015 nicht im Ganzen nach Kuwait verkauft, sähe dies natürlich anders aus, teilte der greise Finanzmanager von Bayern, Olli Aga-Kahn, mit. Fachjournalisten geben Bayern keine Chance und lobten die zurückhaltende Stellungnahme von Corny The-horny-Gnosa-Tucke-Littmann, der nur ein Ergebnis im oberen einstelligen Bereich ankündigte. Besonders, weil der FC St. Pauli im Vorjahr das Spiel mit einem Spielabbruch in der 55. Minute beim Stand von 13:0 gewann. Die Bayern-Spieler hatten nur noch heulend am eigenen Pfosten gestanden und weigerten sich weiter gegen die Ersatzmannschaft des FC St. Pauli zu spielen.
Mann, Zukunft kann soo toll sein...
So mancher Tresenabend klingt damit aus, dass die Tresenmannschaft in Gänze oder in Teilen die paar Meter bis anne Elbe runterwandert. Ein kleines Flens inne Hand und ein gar munter Liedchen auf den Lippen (Wikinger-Moritaten und Heldengesänge vonne Küste). Dann, genau dann, wenn der Schritt verharrt und der Oberkörper sich auf das Geländer stützt, ja, dann ist es wieder da, das Gefühl, dass es da draußen viele gibt, die das nicht erleben können. Das tut uns ja so leid. So ein Riesen-Ätsch, wie wir dann denken, das hat die Welt noch nicht gesehen. Gestern war es wieder soweit. Bewaffnet mit Flens und so'n modernen MP3-Kopfhörer-Musik-Dings zog ein Mitglied des Tresenteams um 03:00 Uhr anne Elbe. Um 04:00Uhr holte der Rest des Tresenteams denjenigen wieder ab. Blau gefroren, bibbernd, Hand fest umme leere Flasche verkrampft. Aber glücklich lächelnd. Und aus'm Kopfhörer dudelte "Unten am Hafen" von Loddo. Geschrieben nur für uns. Oder so.
Soviel vom Team der besten Tresenschlampen der Welt. Es tut uns nichts leid. Gar nichts. Niemals. Wir pfeifen immer noch auf die Probleme der Welt, wie Weltfrieden, Klimawandel und steigende Prozessorleistung. Bei uns ist Frieden am Tresen, das Klima ist angenehm und die Zapfgeschwindigkeit ist völlig ausreichend. Wir arbeiten mittenmang in Hamburg St. Pauli, direkt anne Elbe, ein paar Hundert Meter von Reeperbahn, Kleine und Große Freiheit, David- und Herbertstraße entfernt. Und allen Glücklichen hinter und vor dem Tresen geht dieses angenehme Selbstverständnis süffig wie ein Tequila Sunrise lasziv und langsam die Kehle runter. Begrabt unsere Herzen an der Biegung der Theke.
In diesem Sinne, das war's erstmal aus dem BONOBO'S. Bald ist wieder Thekengespräch. Immer eine Fingerbreit Wasser unterm Kiel und eine Handbreit Jack Daniel's im Glas wünscht das Tresenteam vom BONOBO'S.
Und ansonsten:
BONOBO'S Termine:
Do, 04.05.06, ab 17:30 Uhr, 38. TK-Thekengespräch: (http://www.bonobos.info/tknews_38.html)
Do, 01.06.06, ab 17:30 Uhr, 39. TK-Thekengespräch: (http://www.bonobos.info/tknews_39.html)
Do, 06.07.06, ab 17:30 Uhr, 40. TK-Thekengespräch: (http://www.bonobos.info/tknews_40.html)
Mo, 19.03.07, ab 17:00 Uhr, 2. CeBIT Hausmesse im Lieb ich 5, Liebigstr.5 in Hannover
MERKET AUF: Das BONOBO'S ist nur nach Vereinbarung und zu besonderen Anlässen geöffnet.
Mehr Info dazu unter: http://www.bonobos.info in der Rubrik "Öffnungszeiten".
Für gute Bekannte öffnen wir weiterhin immer gerne. Kurzer Anruf genügt.
Gruß vom Fischmarkt im Frühling (Hasch mich, ich bin der ...) bei Sonnenschein, Hagel, Tornado und guter Laune. Wie schon Loddo (Karl der König) singt: "... Hamburg, meine Perle". Jo min Jung, wir hier "Unten am Hafen" haben die Austern, nach denen die ganze Welt tauchen tut. Moin!
für das Team vom BONOBO'S
Dirk Noellen